Die 5 schönsten Reiseziele in Estland – Natur, Geschichte & viel Ruhe

Blick auf die Altstadt von Pärnu - Bildnachweis: Viktoriia Kokhanevych Stock-Datei-ID: 1752862215 – Lizenz vom: 04.07.2025

Estland entdecken: Hansestädte, Ostseestrände & unberührte Nationalparks 🏞️

Estland gehört zu den Ländern, die viele erstmal nicht auf dem Zettel haben – und genau das macht es spannend. Das kleine baltische Land im Nordosten Europas liegt direkt an der Ostsee, ist dünn besiedelt, gut organisiert und steckt voller interessanter Orte.

Egal ob du Städte mit Geschichte, wilde Küsten, kleine Inseln oder entspannte Wanderwege suchst – Estland hat das alles. Und zwar ohne Massen, ohne Hektik und oft mit viel Platz für dich selbst.

Hier kommen fünf Reiseziele in Estland, die sich wirklich lohnen – ganz entspannt, aber alles andere als langweilig.


🌲 Die 5 schönsten Reiseziele in Estland


1. Tallinn – Altstadt mit Überblick

Tallinn, die Hauptstadt Estlands, ist kompakt, übersichtlich und eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Nordeuropas. Du kannst hier locker ein paar Tage verbringen, ohne dich zu langweilen.

Blick über die Stadt Tallinn, Estland - Bildnachweis: SeanPavonePhoto Stock-Datei-ID: 465135310 – Lizenz vom: 04.07.2025
Blick über die Stadt Tallinn, Estland – Bildnachweis: SeanPavonePhoto Stock-Datei-ID: 465135310 – Lizenz vom: 04.07.2025
  • Die Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe) hat enge Gassen, Stadtmauern, Türme und Plätze – alles bequem zu Fuß machbar
  • Besonders sehenswert: der Domberg (Toompea) mit Aussicht auf die Stadt, die Alexander-Newski-Kathedrale, das Rathaus, kleine Cafés und Innenhöfe
  • Außerhalb der Altstadt lohnt sich ein Besuch im Telliskivi-Viertel – ein ehemaliges Industrieareal mit Streetart, Designshops und guten Lokalen
  • Wer etwas Abwechslung sucht: am Kadriorg-Park findest du das Kunstmuseum, das Präsidentenschloss und viel Grün

🔍 Noch ein paar Infos über Tallinn, die du vielleicht noch nicht kanntest:

Tallinn hat rund 440.000 Einwohner – also fast ein Drittel der gesamten estnischen Bevölkerung. Trotzdem wirkt die Stadt nicht überfüllt oder hektisch, sondern eher kompakt, strukturiert und angenehm entspannt.

Die Stadt ist in Bezirke unterteilt, und abseits der Altstadt lohnt es sich, auch mal Viertel wie Kalamaja, Nõmme oder Pirita anzuschauen:

  • Kalamaja war früher ein Arbeiterviertel, heute findest du dort Holzhäuser, Secondhand-Läden, kleine Brauereien und gute Restaurants – besonders beliebt bei Jüngeren
  • Pirita liegt direkt an der Küste und bietet Strand, Waldwege und eine Promenade mit Blick auf die Skyline – gut für alle, die Stadt & Meer kombinieren wollen
  • Nõmme ist fast schon dörflich – viele grüne Vorgärten, Holzhäuser, Wochenmarkt – ideal für einen halben Tag im Grünen, wenn du länger bleibst
Alte Gassen mit Geschäften in Tallinn, Estland - Bildnachweis: benedek Stock-Datei-ID: 1853169250 – Lizenz vom: 04.07.2025
Alte Gassen mit Geschäften in Tallinn, Estland – Bildnachweis: benedek Stock-Datei-ID: 1853169250 – Lizenz vom: 04.07.2025

Außerdem wichtig: Tallinn ist digital sehr fortschrittlich – kostenloses WLAN gibt’s fast überall, viele Dienste laufen digital und kontaktlos, und selbst im Café kannst du meist problemlos mit Karte zahlen.

📍 Und falls du dich für Geschichte interessierst: Tallinn war früher Reval, ein bedeutender Hansestützpunkt – darum ist auch die Architektur in der Altstadt so gut erhalten. Im Estnischen Historischen Museum im Großen Gildensaal erfährst du mehr über die Stadt als Handelspunkt im Mittelalter.

📍 Tipp: Für einen richtig guten Stadtblick einfach zur Kohtuotsa-Aussichtsplattform – gerade abends sehr schön.


2. Tartu – Studentenstadt mit Kultur

Tartu ist die zweitgrößte Stadt Estlands und wirkt deutlich jünger, offener und moderner als Tallinn – viele Studierende, viele Museen, viele entspannte Orte.

  • Die Universität Tartu ist eine der ältesten in Nordeuropa – rundherum pulsiert das Stadtleben
  • In der Altstadt findest du das schiefe Haus von Tartu, den Domberg, den Marktplatz mit Brunnen und viele kleine Kneipen
  • Das Estnische Nationalmuseum ist architektonisch und inhaltlich richtig gut gemacht
  • Auch schön: ein Spaziergang am Emajõgi-Fluss, besonders bei gutem Wetter
Der Rathausplatz in Tartu, Estland - Bildnachweis: Borisb17 Stock-Datei-ID: 1133811115 – Lizenz vom: 04.07.2025
Der Rathausplatz in Tartu, Estland – Bildnachweis: Borisb17 Stock-Datei-ID: 1133811115 – Lizenz vom: 04.07.2025

🔍 Noch ein paar Infos über Tartu, die du vielleicht noch nicht wusstest:

Tartu hat etwa 100.000 Einwohner – ist also deutlich kleiner als Tallinn, aber gefühlt ziemlich lebendig, weil rund ein Viertel davon Studierende sind. Die Universität wurde schon 1632 gegründet und prägt bis heute das Stadtbild, die Atmosphäre und das Kulturleben.

Besonders auffällig: In Tartu wirkt alles nahbar und unkompliziert. Viele Cafés und Bars sind studentisch geprägt, nicht überteuert, und es gibt fast überall WLAN, viele Radwege und grüne Flächen.

Auch spannend: Tartu wurde zur Europäischen Kulturhauptstadt 2024 gewählt – rund um diesen Titel gibt’s viele neue Ausstellungen, Straßenkunstprojekte, Konzerte und lokale Initiativen, die in der Stadt verteilt sind. Besonders sehenswert ist der Kunst- und Kulturkomplex Aparaaditehas – ein ehemaliges Fabrikgelände, das heute Galerien, Designerläden, Ateliers, Cafés und Events beherbergt.

Wenn du dich für Architektur interessierst, lohnt sich ein Blick auf das neue Gebäude des Estnischen Nationalmuseums – es liegt etwas außerhalb auf einem alten Flugplatzgelände, ist riesig, modern und richtig gut gemacht – ideal für einen halben Tag mit Geschichte, Design und entspannter Atmosphäre.

Die Ruinen der Kathedrale von Tartu, Estland - Bildnachweis: Mikhail Markovskiy Stock-Datei-ID: 626007288 – Lizenz vom: 04.07.2025
Die Ruinen der Kathedrale von Tartu, Estland – Bildnachweis: Mikhail Markovskiy Stock-Datei-ID: 626007288 – Lizenz vom: 04.07.2025

📍 Noch ein praktischer Hinweis: Vom Bahnhof aus fahren Züge nach Tallinn und Valga, aber auch Busse sind sehr zuverlässig. Die Innenstadt ist zu Fuß gut machbar, und Leihfahrräder gibt’s ebenfalls.

📍 Wer etwas mehr Zeit hat, kann Tartu als Ausgangspunkt für Südestland nutzen – z. B. ins Hügelland oder zu den Setu-Dörfern.


3. Saaremaa – Inselzeit an der Ostsee

Saaremaa ist die größte Insel Estlands und perfekt für alle, die es ruhiger, naturnaher und etwas ländlicher mögen.

  • Hauptort ist Kuressaare – mit Schloss, Kurpark, kleinen Restaurants und entspannter Atmosphäre
  • Drumherum gibt’s viel Küste, Kiefernwald, Windmühlen, kleine Dörfer und viele Radwege
  • Sehenswürdigkeiten: der Kaali-Krater (Meteoritenkrater), alte Leuchttürme, Moorlandschaften
  • Im Sommer ideal zum Radfahren, Spazieren, Vogelbeobachten oder einfach ausklinken
Luftaufnahme des Kaali-Kraters auf der estnischen Insel Saaremaa – Bildnachweis: Wirestock Stock-Datei-ID: 1464980363 – Lizenz vom: 04.07.2025
Luftaufnahme des Kaali-Kraters auf der estnischen Insel Saaremaa – Bildnachweis: Wirestock Stock-Datei-ID: 1464980363 – Lizenz vom: 04.07.2025

🔍 Noch ein paar Infos über Saaremaa, die gut zu wissen sind:

Saaremaa hat rund 30.000 Einwohner, davon leben etwa 13.000 in der Inselhauptstadt Kuressaare. Die Insel ist damit sehr dünn besiedelt, was man unterwegs sofort merkt: viel Ruhe, viel Platz, wenig Verkehr – ideal zum Runterkommen und Abschalten.

Die Insel ist übrigens größer, als man denkt: Mit rund 2.600 km² ist sie fast so groß wie das Saarland – ein Mietwagen oder Fahrrad ist also definitiv sinnvoll, wenn du mehr als nur den Hauptort sehen willst.

Gut zu wissen: Saaremaa ist windig – und das fast das ganze Jahr über. Deshalb stehen hier auch viele Windmühlen – früher zur Versorgung, heute als Denkmal oder Museumsstück (z. B. in Angla). Außerdem hat die Insel mehrere Spa- und Heilbäder, da es hier natürliche Heilschlammvorkommen gibt. Viele Unterkünfte bieten entsprechende Anwendungen an – ganz ohne übertriebenen Wellness-Luxus, eher solide & regional geprägt.

💧 Interessant auch: Auf Saaremaa findest du eine der größten Trinkwasserquellen des Landes – das Vesi-Jaani-Wasser wird lokal abgefüllt und in Estland als besonders rein geschätzt. Es gibt sogar eine Brauerei auf der Insel, die daraus Bier nach alter Rezeptur braut – wer’s mag: ruhig mal probieren.

📍 Noch ein praktischer Tipp: Es gibt auch eine Brücke zur kleinen Nachbarinsel Muhu, die wiederum über die Fähre mit dem Festland verbunden ist. Muhu ist ruhiger, noch ländlicher, und eignet sich super für einen Tagestrip – dort findest du z. B. authentische Bauernhäuser, Fischerdörfer und ein sehr gutes Restaurant namens Alexander im Pädaste Manor, falls du’s mal etwas feiner magst.

📍 Fähren fahren regelmäßig ab Virtsu – die Überfahrt dauert etwa 30 Minuten.


4. Lahemaa Nationalpark – Wälder, Moore & Gutshöfe

Nur etwa eine Stunde von Tallinn entfernt liegt der Lahemaa Nationalpark – das größte Schutzgebiet Estlands und ein guter Ort für Tagesausflüge oder ein Wochenende in der Natur.

Blick auf das Viru-Moor in Estland - Bildnachweis: Arsty Stock-Datei-ID: 1486836796 – Lizenz vom: 04.07.2025
Blick auf das Viru-Moor in Estland – Bildnachweis: Arsty Stock-Datei-ID: 1486836796 – Lizenz vom: 04.07.2025
  • Du findest hier Küstenwälder, Moorpfade, alte Gutshäuser (z. B. Palmse, Sagadi) und gut markierte Wanderwege
  • Besonders beliebt: der Viru-Moorweg – ein Holzpfad durchs Moor, mit Aussichtsturm und Infoschildern
  • An der Küste liegen kleine Fischerdörfer wie Altja oder Käsmu, mit schöner Atmosphäre und Zugang zum Meer
  • Die Wege sind flach, einfach begehbar und gut ausgeschildert

📍 Für alle, die gern draußen sind, aber nicht gleich eine Trekkingtour planen – perfekt.


5. Pärnu – Sommerstadt mit Strand

Wenn du einen klassischen Strandurlaub in Estland machen willst, bist du in Pärnu genau richtig. Die Stadt liegt direkt an der Ostsee, hat einen langen Sandstrand, Strandpromenade und ein richtig schönes Stadtzentrum.

Blick auf die Altstadt von Pärnu - Bildnachweis: Viktoriia Kokhanevych Stock-Datei-ID: 1752862215 – Lizenz vom: 04.07.2025
Blick auf die Altstadt von Pärnu – Bildnachweis: Viktoriia Kokhanevych Stock-Datei-ID: 1752862215 – Lizenz vom: 04.07.2025
  • Der Strand ist breit, familienfreundlich und gut ausgestattet – mit Spielplätzen, Radwegen und kleinen Cafés
  • Die Stadt ist Kurort, also findest du auch viele Spas, Parks und gemütliche Hotels
  • Im Sommer gibt’s oft Veranstaltungen, Musikabende oder kleine Märkte
  • Pärnu ist nicht übertrieben touristisch – eher charmant und aufgeräumt

📍 Tipp: Frühling und Frühherbst sind ruhiger – und auch dann lohnt sich ein Spaziergang am Meer.


Nützliche Tipps für deine Estland-Reise 🚲

📍 Beste Reisezeit: Mai bis September – dann ist das Wetter mild, alles ist offen, und die Tage sind lang
📍 Fortbewegung: Mit dem Mietwagen bist du flexibel, aber auch Bus & Bahn funktionieren gut
📍 Sprache: Viele sprechen Englisch – gerade in Städten oder bei Jüngeren
📍 Währung: Euro – alles unkompliziert
📍 Kulinarisch: Estnisch ist oft einfach, aber lecker – viel Fisch, Roggenbrot, Beeren und Wildgerichte


Hinweis zur Aktualität

Die hier vorgestellten Reiseziele und Tipps wurden mit viel Sorgfalt zusammengestellt. Trotzdem kann es immer wieder Änderungen bei Öffnungszeiten, Eintrittspreisen oder Anbindungen geben. Ich empfehle dir deshalb, kurz vor der Reise aktuelle Informationen einzuholen, damit du gut vorbereitet bist und nichts verpasst. 📆🗺️


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