Wir präsentieren die wohl kältesten Orte der Welt

McMurdo Station liegt am Meer, dahinter erhebt sich ein riesiger schneebedeckter Berg unter blauem Himmel.

Eiskalt und faszinierend: 5 Orte, an denen Winter wirklich extrem wird

Manche Reiseziele klingen wie aus einer anderen Welt. Dort knirscht Schnee wie Glas unter den Schuhen. Atem wird sofort zu Nebel. Und selbst ein kurzer Spaziergang fühlt sich an wie ein kleines Abenteuer. Wenn du Kälte liebst oder einfach staunen willst, sind diese Orte pure Gänsehaut.

Eine endlose, schneebedeckte Berglandschaft erstreckt sich nahe Oimjakon unter blauem Himmel.
Winterweite über den Bergen bei Oimjakon – Bildnachweis: Spiridon Sleptsov – iStock-ID: 1126932157

Kälte ist nicht gleich Kälte. In einigen Regionen sinken die Temperaturen so tief, dass Alltagsdinge plötzlich zu echten Herausforderungen werden. Wasser gefriert in Minuten. Technik macht schneller schlapp. Und du lernst, wie wertvoll Sonne, Windschutz und gute Kleidung wirklich sind.

Trotzdem ziehen diese Orte Menschen an, weil sie eine stille Schönheit haben, die man nie vergisst. Das Licht wirkt klarer, Geräusche werden leiser, und Landschaften sehen aus, als hätte jemand die Welt neu gezeichnet. Wer dorthin reist, erlebt Natur in extremer Intensität, die du in milden Klimazonen kaum findest.

Mit guter Planung sind selbst extreme Ziele überraschend gut machbar. Du reist nicht, um dich zu quälen, sondern um etwas zu erleben, das sich wirklich besonders anfühlt. Diese fünf Orte zeigen dir, wie spannend das Leben am Limit von Eis und Winter sein kann.

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Diese 5 extrem kalten Orte schauen wir uns an:

  • Oimjakon, Russland
  • Werchojansk, Russland
  • Utqiaġvik (Barrow), Alaska, USA
  • Eureka, Nunavut, Kanada
  • McMurdo Station und das antarktische Inland, Antarktis

Oimjakon in Russland

Oimjakon liegt im fernen Osten Russlands in der Republik Sacha und wirkt wie ein Punkt am Rand der Welt. Rundherum stehen Taiga, Berge und im Winter gefühlt endlose Tage aus Eis und Himmel. Berühmt ist der Ort, weil er als eines der kältesten dauerhaft bewohnten Dörfer gilt. Die Lage in einem Talbecken ist dabei der Kälte-Booster, weil kalte Luft absinkt und dort stehen bleibt. Wenn der Himmel klar ist, strahlt die Landschaft noch mehr Wärme ab, und die Temperaturen fallen brutal schnell. Im Winter sind Werte weit unter minus 40 Grad möglich, und selbst minus 50 kann vorkommen.

Ein Lastwagen fährt auf einer verschneiten Straße durch die Berge nahe Oimjakon.
Straße durch die Kälte von Oimjakon – Bildnachweis: Lina Shatalova – iStock-ID: 1251118645

Die Anreise ist nichts für „mal eben“, weil Oimjakon nicht auf einer bequemen Reiseroute liegt. Meist führt der Weg über Jakutsk und dann weiter über lange Straßen, die im Winter oft als Winterstraßen funktionieren. Unterwegs gibt es nur wenige Services, und genau das macht die Fahrt so eindrucksvoll und gleichzeitig so anspruchsvoll. Vor Ort gibt es keinen klassischen Stadt-ÖPNV, sondern eher Fahrer, Selbstfahrer oder organisierte Touren. Planung ist hier nicht Luxus, sondern das Fundament, damit die Reise sicher bleibt. Wer Oimjakon besucht, reist weniger für Museen, sondern für das Gefühl, wirklich im Kältepol-Alltag zu stehen.

Oimjakon ist ein Ort der Eindrücke, nicht der Attraktionen, und genau das macht ihn so stark. Du siehst Schilder und Kälte-Denkmäler, aber vor allem siehst du, wie sich Leben anpasst, wenn alles sofort gefriert. Autos laufen im Winter oft weiter, weil ein Neustart zur Lotterie werden kann. Die Erlebnisse sind Eis und Licht, mit knallklarer Luft, gefrorenen Flüssen und einem Himmel voller Sterne. Mit Glück zeigt sich sogar Polarlicht in der Region, und dann wirkt die Kälte plötzlich wie eine Bühne. Fotomotive entstehen hier fast von selbst, weil die Landschaft so surreal wirkt, dass sie wie bearbeitet aussieht.

Drei robuste Pferde stehen im tiefen Schnee in der Umgebung von Oimjakon.
Pferde im Schnee rund um Oimjakon – Bildnachweis: Spiridon Sleptsov – iStock-ID: 1097354024

Essen ist meist einfach und kräftig, weil du Energie brauchst und Wärme zählbar wird. Typisch sind herzhafte Suppen, Fleischgerichte, Fisch, Kartoffeln, Brot und viel Tee, alles praktisch und sättigend. Die beste Reisezeit hängt davon ab, was du suchst, denn Winter liefert das extreme Wow, während der Sommer überraschend mild sein kann. Sicherheit bedeutet hier vor allem Erfrierungen vermeiden, weil Risiko eher aus Kälte, langen Distanzen und dünner Infrastruktur entsteht als aus Kriminalität. Ohne Guide und ohne Notfallplan solltest du nichts auf gut Glück machen, weil Fehler in dieser Kälte schnell ernst werden. Auch das Budget kann hoch wirken, weil Anreise, Fahrer, Unterkünfte und Ausrüstung ins Gewicht fallen, und Barrierefreiheit ist wegen Schnee, Eis und einfacher Wege naturgemäß stark eingeschränkt.

Ein dunkler Fluss schlängelt sich durch schneebeladene Bäume nahe Oimjakon im warmen Morgenlicht.
Frostwald und Fluss bei Oimjakon – Bildnachweis: Alexandr Berdicevschi – iStock-ID: 1126406408

Werchojansk in Russland

Werchojansk liegt ebenfalls in der Republik Sacha und ist einer dieser Namen, die sofort fallen, wenn es um Rekordkälte geht. Die Region ist berühmt für extreme Winter, und gleichzeitig ist sie ein Ort, an dem Menschen wirklich dauerhaft leben. Besonders ist hier die Mischung aus kontinentaler Lage, sehr trockener Kaltluft und geografischen Bedingungen, die die Kälte regelrecht festhalten. Dadurch wirkt der Winter lang, hart und erstaunlich stabil, als würde die Jahreszeit nicht kommen und gehen, sondern bleiben. Draußen knirscht alles, die Luft fühlt sich klar und scharf an, und Wärme wird zum wertvollsten Gut.

Eine weite Schneelandschaft mit gefrorenen Flüssen liegt bei Werchojansk unter tiefblauem Himmel.
Endlose Winterweite über Werchojansk – Bildnachweis: qingwa – iStock-ID: 147297112

Die Anreise ist wie bei vielen Orten in Ostsibirien selbst schon ein Teil des Abenteuers. Du kombinierst typischerweise Flug, lange Straßenetappen und manchmal saisonale Routen, je nachdem, was gerade möglich ist. Genau deshalb fühlt sich Werchojansk nicht wie ein „Ausflug“ an, sondern wie ein Ziel, das du dir wirklich erarbeitest. Vor Ort ist die Infrastruktur klein, aber funktional, und du spürst schnell, dass sich das Leben hier nach den Jahreszeiten richtet. In der Kälte zählt Alltagstauglichkeit mehr als Komfort, und genau das macht den Ort so authentisch. Werchojansk ist weniger Show, mehr Polaralltag.

Sehenswürdigkeiten sind hier keine Instagram-Checkliste, sondern das Zusammenspiel aus Holzarchitektur, Winterlandschaft und dem Gefühl, in einer Gegend zu sein, die die Grenzen des Bewohnbaren auslotet. Aktivitäten sind oft kurz getaktete Winterspaziergänge, Ausflüge in die Umgebung und Fototouren bei tief stehender Sonne, wenn das Licht die Landschaft fast golden macht. Wenn du dich dafür interessierst, sind Gespräche über Kultur und Lebensweise ein eigenes Highlight, weil du hier erlebst, wie Menschen sich über Generationen an Extreme angepasst haben. Kulinarisch ist es bodenständig und warm, mit Gerichten, die satt machen und im Winter funktionieren, viel basiert auf Lagerfähigem und dem, was zuverlässig verfügbar ist.

Ein gefrorener Fluss windet sich als helle Linie durch die Schneeflächen nahe Werchojansk.
Eisige Flussschlingen bei Werchojansk – Bildnachweis: qingwa – iStock-ID: 147013975

Die beste Reisezeit hängt davon ab, was du suchst. Kältefans wählen den Hochwinter, weil dort das Extrem spürbar wird, während Spätwinter oder früher Herbst oft angenehmer sind, wenn du mehr Licht, bessere Wege und leichtere Logistik willst. Sicherheit bedeutet auch hier vor allem Kälte-Management und Notfall-Denken, weil Entfernungen groß sind und Hilfe nicht „um die Ecke“ wartet. Preislich ist selten etwas billig, weil Fahrer, Transfers und begrenzter Service schnell ins Gewicht fallen. Und bei der Barrierefreiheit musst du realistisch sein, denn Winterbedingungen und einfache Infrastruktur sind nicht auf komfortables Reisen ausgelegt.

Utqiaġvik (Barrow) in Alaska

Utqiaġvik liegt ganz im Norden Alaskas am Arktischen Ozean und ist die nördlichste Stadt der USA. Das spürst du sofort, weil Licht, Wind und Weite eine Stimmung erzeugen, die sich komplett anders anfühlt als „normale“ Winterorte. Der Horizont wirkt riesig, der Himmel oft klar und hart, und selbst ein kurzer Gang nach draußen fühlt sich nach Arktis an. Im Winter gibt es Polarnacht, also eine Zeit, in der die Sonne nicht über den Horizont kommt. Dadurch wird es nicht nur kalt, sondern auch psychologisch besonders, weil Tag und Nacht anders funktionieren und dein Gefühl für Zeit sich verschiebt. Genau diese Mischung aus Dunkelheit, Wind und Weite macht Utqiaġvik so intensiv.

Eine Siedlung mit niedrigen Häusern liegt in Utqiaġvik (Barrow) unter tiefem Himmel.
Blick über Utqiaġvik (Barrow) an der Arktisküste – Bildnachweis: ChrisBoswell – iStock-ID: 1326163982

Die Anreise läuft in der Praxis fast immer per Flugzeug über größere Alaskastädte. Du musst dich darauf einstellen, dass Wetter den Plan bestimmt, weil Flüge sich verschieben können und Flexibilität Teil des Konzepts ist. Vor Ort ist die Infrastruktur für eine kleine Stadt erstaunlich ordentlich, aber du bist weit weg von Großstadtkomfort. Vieles dreht sich um Versorgung, Gemeinschaft und das Leben mit dem Klima, und das merkst du in den Abläufen, im Tempo und in der Art, wie Menschen über Wetter reden. Utqiaġvik wirkt nicht wie ein Touristenort, sondern wie ein Platz, der funktioniert, weil er funktionieren muss. Und genau das macht ihn so glaubwürdig.

Sehenswürdigkeiten sind hier vor allem Natur und Kultur. Die Küste, das arktische Licht, manchmal gefrorene Strände und die Chance, mehr über indigene Lebensweisen, Geschichte und Alltag in der Arktis zu lernen, ohne daraus eine Show zu machen. Erlebnisse sind Polarlichtchancen in der dunklen Jahreszeit, Fotografie im blauen Dämmerlicht und Spaziergänge, bei denen du Windchill wirklich ernst nimmst. Besonders stark sind geführte Ausflüge, weil du dabei verstehst, wie man hier sicher unterwegs ist und warum Regeln nicht „Empfehlungen“ sind. Die Natur ist wunderschön, aber sie verzeiht wenig, und Respekt gehört zur Grundausstattung.

Treibeis liegt auf dunklem Wasser neben einer hohen Schneekante in Utqiaġvik (Barrow).
Eisrand am Meer bei Utqiaġvik (Barrow) – Bildnachweis: EyeEm Mobile GmbH – iStock-ID: 2171679680

Essen ist arktisch-praktisch, mit warmen Mahlzeiten, Suppen und allem, was gut versorgt werden kann. Du wirst merken, dass Lebensmittelpreise höher sind, weil vieles eingeflogen wird, und dadurch bekommt ein ganz normaler Einkauf plötzlich eine neue Bedeutung. Die beste Reisezeit hängt stark davon ab, was du willst. Wenn du Polarnacht und Polarlicht suchst, ist der Winter dein Moment, wenn du eher Landschaft und leichtere Logistik willst, ist der hellere Teil des Jahres angenehmer.

Sicherheit ist grundsätzlich gut, aber Kälte, Wind und der Arktische Ozean sind die echten Faktoren, deshalb nimmst du Hinweise und Bedingungen ernst. Bezahlen klappt meist mit Karte, trotzdem ist ein Plan B sinnvoll, weil du in sehr abgelegenen Orten nie von perfekter Technik ausgehen solltest. Barrierefreiheit ist gemischt, denn Gebäude können gut zugänglich sein, aber draußen setzen Schnee, Eis und Wind klare Grenzen, weshalb du Wege und Touren bewusst auswählst.

Weiße Holzkreuze stehen auf einem schneebedeckten Friedhof in Utqiaġvik (Barrow).
Winterfriedhof in Utqiaġvik (Barrow) – Bildnachweis: Gemma Winston – iStock-ID: 1349059234

Eureka & Nunavut in Kanada

Eureka ist keine klassische Stadt, sondern eine extrem nördliche Siedlung auf Ellesmere Island in Nunavut. Schon der Name steht sinnbildlich für Abgeschiedenheit und arktische Weite. Hier geht es nicht um Shoppingstraßen oder Cafés, sondern um eine Umgebung, die so still sein kann, dass du nur Wind und dein eigenes Atmen hörst. Diese Stille ist nicht gemütlich, sondern groß, fast körperlich, weil sie dir zeigt, wie klein der Mensch in dieser Landschaft ist. Im Winter können die Temperaturen brutal sein, und die Trockenheit verändert das Kältegefühl, weil alles sofort auskühlt. Dazu kommt Windchill, der die Kälte noch schärfer macht und aus „kalt“ schnell „ernst“ werden lässt.

Menschen wandern über eine schneebedeckte Küste mit Blick auf ein Schiff in Nunavut.
Wandergruppe am Fjord in Nunavut – Bildnachweis: EyeEm Mobile GmbH – iStock-ID: 2188165509

Die Anreise ist in der Regel nur über spezielle Flüge möglich und oft mit Genehmigungen oder organisierten Expeditionen verbunden. Genau deshalb ist Eureka eher ein Ziel für sehr gut geplante Arktis-Reisen als für einen spontanen Trip. Vor Ort ist die Infrastruktur funktional für den Betrieb, aber nicht touristisch, und das bedeutet, dass alles vorher stehen muss. Unterkunft, Verpflegung, Transport, Kommunikationsmittel, Notfall-Equipment, jedes Detail zählt. In Eureka reist du nicht „hin und schaust dann mal“, du reist mit Konzept, weil die Umgebung keinen Spielraum für Improvisation lässt. Und genau das macht den Ort so besonders, weil du spürst, dass hier Planung Pflicht ist.

Sehenswürdigkeiten sind hier Landschaft pur. Endlose Eisflächen, arktische Hügel und ein Himmel, der bei klarer Luft messerscharf wirkt. Je nach Saison entstehen Lichtstimmungen, die fast surreal aussehen, und fotografisch kannst du das kaum übertreiben, weil die Natur schon selbst wie ein Filter wirkt. Erlebnisse sind geführte Ausflüge, Naturbeobachtung mit Experten und viel Lernen über Klima und Polarregionen, ohne Show, ohne Kulisse. Das stärkste Gefühl ist oft einfach dieses „weit weg von allem“, weil Distanzen hier nicht in Kilometern, sondern in Möglichkeiten gedacht werden.

Bunte Häuser stehen in einer verschneiten Siedlung in Nunavut.
Siedlung im Winter in Nunavut – Bildnachweis: EyeEm Mobile GmbH – iStock-ID: 2167362348

Essen ist logischerweise stark von der Versorgung abhängig und eher zweckmäßig, energiebetont und planbar, nicht auf kulinarische Vielfalt ausgelegt. Die beste Reisezeit ist meist ein Kompromiss aus Erreichbarkeit, Licht und Wetterfenstern, weil das „kälteste Maximum“ zwar beeindruckend ist, aber die Logistik am schwierigsten macht. Spätes Frühjahr oder früher Sommer kann Expeditionen realistischer machen, weil Licht und Bedingungen oft besser planbar sind. Sicherheit ist hier das zentrale Thema, denn Hilfe ist nicht um die Ecke, und darum sind Guides, Satellitenkommunikation, Notfallpläne und Respekt vor Wetter und Tierwelt nicht optional, sondern Standard. Die Kosten sind hoch, weil Flüge, Organisation und Spezialausrüstung in dieser Region teuer sind, und du solltest Eureka nur angehen, wenn du bewusst genau dieses extreme Erlebnis suchst. Barrierefreiheit ist praktisch kaum gegeben, weil Gelände, Klima und Infrastruktur nicht für komfortorientiertes Reisen gemacht sind, und das muss man ehrlich so sagen.

Eine Luftaufnahme zeigt schneebedeckte Berge und dunkles Wasser in Nunavut.
Fjorde und Eislandschaft in Nunavut – Bildnachweis: Thomas Roell – iStock-ID: 2235714996

McMurdo Station und das antarktische Inland in der Antarktis

Die Antarktis ist der Kontinent der Extreme. Wenn du von den kältesten Orten sprichst, führt an ihr kein Weg vorbei, weil hier nicht nur einzelne Wintertage zählen, sondern ein ganzes System aus Eis, Höhe, Trockenheit und Wind. Genau diese Mischung macht die Kälte nicht nur „tief“, sondern gnadenlos. McMurdo Station liegt an der Küste und ist eine der bekanntesten Forschungsstationen. Sie ist oft ein logistischer Startpunkt für Expeditionen und wissenschaftliche Missionen. Das eigentliche Kälte-Extrem liegt aber eher im Inland auf dem Hochplateau.

Dort oben wird es nicht nur kalt, dort verändert sich auch der Körper anders als in normalen Winterregionen. Die Luft ist extrem trocken, die Höhe ist spürbar, und du merkst, wie schnell Energie und Wärme zu einer Währung werden. Schon kleine Handgriffe fühlen sich bei Wind und Kälte plötzlich größer an, weil Fehler schneller Konsequenzen haben. Diese Landschaft ist nicht „unfreundlich“, sie ist schlicht nicht für Menschen gemacht, und genau deshalb ist sie so faszinierend. Die Antarktis zeigt dir in wenigen Minuten, wie dünn die Komfortzone sein kann. Und gerade dieses Gefühl bleibt hängen.

Die Forschungsstation McMurdo liegt zwischen dunklen Hügeln direkt an der Küste.
Abendlicht über den Gebäuden von McMurdo Station – Bildnachweis: AG-ChapelHill – iStock-ID: 2214715143

Anreise ist nicht wie ein normaler Urlaub. Sie läuft über streng organisierte Programme, Expeditionen oder spezielle Reisen, bei denen Sicherheit, Wetterfenster und Genehmigungen alles bestimmen. Vor Ort gibt es an Stationen funktionale Infrastruktur, aber sie ist auf Betrieb und Forschung ausgelegt, nicht auf touristische Bequemlichkeit. Im Inland zählt jeder Handgriff, weil Wind, Kälte und Sichtverhältnisse dich nicht diskutieren lassen. Du bist hier nicht „auf Besuch“, du bist Teil einer strengen Logistik, die dich schützt, solange du dich an Regeln hältst.

Sehenswürdigkeiten sind vor allem die Landschaft selbst. Endlose Weißflächen, bizarre Eisformationen und ein Himmel, der manchmal surreal klar wirkt. An der Küste kommen je nach Gebiet Tierbeobachtungen dazu, die dich sprachlos machen können, weil alles so nah und gleichzeitig so unwirklich wirkt. Erlebnisse sind Touren mit Pistenfahrzeugen im Rahmen von Programmen, Fotografie im polaren Licht und Einblicke in den Forschungsalltag. Und immer wieder dieses Gefühl, wirklich am Rand der bewohnten Welt zu stehen, mit nichts als Eis zwischen dir und dem Horizont.

McMurdo Station liegt am Meer, dahinter erhebt sich ein riesiger schneebedeckter Berg unter blauem Himmel.
McMurdo Station vor dem gewaltigen Antarktisberg – Bildnachweis: AG-ChapelHill – iStock-ID: 2214715110

Essen ist in Stationen gut organisiert, aber zweckmäßig, und auf Expeditionen geht es um Energie, Wärme und Verlässlichkeit. Warme Mahlzeiten bedeuten in dieser Kälte emotional enorm viel, weil sie nicht nur satt machen, sondern dich wieder „in den Körper“ holen. Die beste Reisezeit ist der Südsommer, weil nur dann Reisen überhaupt realistisch sind. Der Winter ist dort eher eine Phase, in der selbst Logistik kaum möglich ist. Sicherheit ist das größte Kapitel, weil Wetter, Spalten, Wind und Kälte echte Risiken sind, deshalb ist individuelles Reisen ohne professionelle Struktur keine Option. Und ja, die Kosten sind sehr hoch, weil Anreise und Organisation extrem aufwendig sind, weshalb viele die Antarktis eher als einmaliges Lebensziel sehen als als normales Reiseziel. Barrierefreiheit ist minimal, weil die Umgebung körperliche Belastbarkeit erfordert und selbst an Stationen nicht mit barrierefreien Städten vergleichbar ist.

Wenn Kälte zur Reisegeschichte wird

Diese Orte zeigen dir, wie unterschiedlich Kälte sein kann. Mal ist sie trockene sibirische Rekordluft, die alles klar und hart wirken lässt. Mal ist sie arktischer Wind am Meer, der durch jede Lücke zieht und die Weite noch größer macht. Und mal ist sie der absolute Extremraum der Antarktis, wo Kälte nicht nur Temperatur ist, sondern eine Umgebung, die alles bestimmt. Mit guter Planung und einer realistischen Einschätzung deiner Grenzen kann so eine Reise unvergesslich werden, weil du Natur und Stille erlebst, wie du sie sonst kaum findest.

Zwei Rentiere stehen angespannt im Schnee in der Region Oimjakon.
Rentiergespann im Eiseswinter von Oimjakon – Bildnachweis: Lina Shatalova – iStock-ID: 1251486731

Mit der richtigen Kleidung wird aus „Aushalten“ plötzlich „Erleben“. Du bewegst dich bewusster, hörst genauer hin und merkst, wie schnell sich Prioritäten verschieben, wenn Wärme nicht selbstverständlich ist. Und manchmal ist es genau diese Härte, die den Blick schärft, weil jeder warme Raum, jede Suppe und jeder Sonnenstrahl plötzlich ein kleines Geschenk ist.

Warst du schon einmal in einer richtig kalten Region unterwegs? Bist du eher der Typ fürs Warme oder magst du den Winter und die klirrende Kälte? Wir freuen uns über ein paar Reiseberichte in den Kommentaren.